Fortschreibung 2018/19 Durchgängige Sprachbildung an der Konrad-Agahd-Schule

Indikatoren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Aufgaben der

Sprachbildungs-

koordinatorin

Frau Musall ist seit August 2018 als Sprachbildungskoordinatorin der Konrad-Agahd-Grundschule tätig. Sie leitet die Themenkonferenz Sprachbildung und ist Multiplikatorin für die Inhalte der regionalen Netzwerktreffen. An der regelmäßig tagenden Themenkonferenz Sprachbildung nehmen u.a. die Konrektorin der Schule sowie die Fachkonferenzleiterin für das Fach Deutsch teil, sodass die Inhalte der Themenkonferenz Sprachbildung in den verschiedenen Gremien thematisiert werden.

2. Sprachbildende Maßnahmen

Seit Beginn des Schuljahres 2012 / 2013 arbeitet eine Sprachbildungskoordinatorin an der Konrad-Agahd-Schule. Nach Abschluss der berufsbegleitenden Weiterbildung zur Sprachbildungskoordinatorin fand eine umfassende Bestandsaufnahme statt, aus deren Ergebnissen der Schwerpunkt des Sprachbildungskonzepts resultierte und schrittweise der Aufgabenknacker entwickelt wurde.

Um die Sprachbildung nachhaltig im schulischen Kontext zu verankern, wird sie durchgängig als Querschnittsaufgabe aller Unterrichtsfächer der Grundschule gestaltet.

Die Umsetzung des Sprachbildungskonzepts ist folglich die Aufgabe aller Fächer. Seit Beginn des Schuljahres 2013 / 14 liegt der Entwicklungsschwerpunkt der Sprachbildung im Bereich der Verbesserung und Sicherung des Aufgabenverständnisses. Voraussetzung für die Entwicklung des selbständigen Lernens ist die eigenständige Erschließung von Arbeitsaufträgen. Um diese Kompetenzen zu erwerben, wurde der „Aufgabenknacker“ entwickelt. Im Laufe der Grundschulzeit erlernen die SchülerInnen ein grundlegendes Handwerkszeug, um Lernaufgaben mit zunehmender Selbststeuerung zu bearbeiten.

Hierfür wurden Operatoren für die einzelnen Jahrgangsstufen festgelegt, die alle SchülerInnen schrittweise üben und erschließen. In den Klassenstufen 1 und 2 wurden diese Operatoren darüber hinaus mit Piktogrammen verknüpft, die einheitlich verwendet werden. Im Verlauf des Schuljahres behandeln die FachlehrerInnen die für den Aufgabenknacker relevanten Operatoren. Außerdem wird jährlich ein Plakat für den Klassenraum angefertigt.

3. Verankerung der Sprachbildung im schulinternen Curriculum

Im schulinternen Curriculum sind für alle Fächer und Klassenstufen die relevanten Aspekte der Sprachbildung verortet. Diese werden integrativ im Unterricht erarbeitet und sprachbewusst in den Fachunterricht eingebettet.

4. Sprachförderliche Angebote

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5. Sprachliche

Feststellungs-

verfahren

In vielen Klassen der Konrad-Aghad-Grundschule findet eine enge Kooperation mit Lesepaten und Lesepatinnen statt. Dafür erhält die Schule Unterstützung von freiwillig engagierten Lese-/Lernpaten. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Bürgernetzwerk Bildung , einem Projekt des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI), das ehrenamtliche Lese-/Lernpaten an Schulen und Bildungseinrichtungen vermittelt, wurde etabliert.

Die engagierten Lese-/Lernpaten üben mit einzelnen SchülerInnen oder kleinen Gruppen parallel zum Unterricht das Lesen. Durch Lesen, Spielen und Sprechen werden die Sprache der SchülerInnen und das Verstehen von Wörtern und Texten gefördert. Zusätzlich steigert die Verbindung, die zwischen den Lesepaten und den SchülerInnen entsteht, die Lernmotiviation.
An unserer Schule arbeiten bereits 3 Lese-/Lernpaten in den Klassenstufen 1 – 5. Sie stellen eine Bereicherung für die SchülerInnen und eine Unterstützung für die Lehrkräfte dar.

Jede Klasse besucht außerdem regelmäßig die schuleigene Bibliothek[1]. Diese Zeit wird fest im Stunden- bzw. Bibliotheksplan integriert.

Die SchülerInnen lernen in diesem Rahmen u.a. Ausleihsystem kennen, üben die gezielte Recherche und entwickeln zunehmend individuelle Präferenzen im Rahmen der Auswahl von Ganzschriften im Umgang mit analogen Medien.

Im Rahmen des Deutschunterrichts findet in den Klassenstufen 3 - 6 das Tandemlesen statt, die entsprechende Grundlage hierfür findet sich im LRS-Konzept der Schule.

Der „Stolperwörterlesetest“ wird im Rahmen des Deutschunterrichts der Klassenstufen 2 bis 6 durchgeführt. Er bildet die Grundlage für die Zusammenstellung von Teams, in denen die SchülerInnen anschließend das Tandemlesen durchführen. Eine regelmäßige Evaluation sorgt dafür, dass Lernerfolge und Progressionen positiv verstärkt und individuelle Fortschritte besonders gewürdigt werden. Eine entsprechende Anpassung der Teams bezüglich ihrer Leistungen erfolgt in regelmäßigen Abständen.

Die Hamburger Schreibprobe (HSP) wird in festgelegten Zeiträumen zur Lernstandsanalyse eingesetzt. In der Klassenstufe 1 findet sie im Mai oder Juni des Schuljahres statt, in den Klassenstufen 2 - 6 je nach Bedarf bzw. in den letzten drei Monaten des Schuljahres. Die Ergebnisse werden genutzt, um die zielgerichtete Förderung im Rahmen des Schriftspracherwerbs der SchülerInnen zu koordinieren. So besuchen alle SchülerInnen, die einen Prozentrang unter 15% aufweisen, die Lese-Rechtschreib-Unterrichtsstunde als verbindliche Fördermaßnahme parallel zum Unterricht.

Auf Empfehlung der Schulinspektion des letzten Inspektionszeitraums im Januar 2013 hat das Kollegium der Konrad-Agahd-Schule unter dem Aspekt der stärkeren Abstimmung von Unterrichtsmethoden, insbesondere zur Sprachbildung, ein Curriculum zum Rahmenlehrplan „Sprechen und Zuhören“ entwickelt. Hier findet auch der Aspekt des vermehrten Schaffens von Sprechanlässen Berücksichtigung.[2] Das Curriculum gilt seit dem Schuljahr 2014 / 2015 und wurde im Schuljahr 2016 / 2017 evaluiert.

Die SchülerInnen nutzen im Rahmen des Deutschunterrichts verschiedene Medienangebote zur Verbesserung der Lesekompetenz, z.B. das Programm „Antolin“ ab Klassenstufe 3.

Es findet jährlich eine Leseprojektwoche im Klassenverband zu verschiedenen Themen und Ganzschriften statt. Die Lesemotivation der SchülerInnen wird durch ein fächerübergreifendes Angebot und ein ganzheitliches Leseerlebnis mit verschiedenen Zugangsmöglichkeiten und Darstellungsformen gefördert. Die LehrerInnen erstellen hierzu jährlich entsprechende Curricula. Eine Evaluation hierzu fand im Schuljahr 2013 / 2014 unter dem Fokus der sprachlichen bzw. künstlerischen Kompetenzen statt.

Basierend auf diesen Konzepten und Aspekten der Sprachbildung nimmt die Schule beginnend mit dem Schuljahr 2018 / 2019 am zweijährigen BiSS-Transfer-Projekt „Scaffolding-ein Gerüst für sprachliche Bildung in fachlichen und alltäglichen Kontexten“ teil. Im Rahmen dieses Projekts schärfen alle pädagogischen MitarbeiterInnen die eigene Sprachbewusstheit über die Besonderheiten der deutschen Sprache, die für SchülerInnen zu einer sprachlichen Hürde werden könnten. Die Besonderheiten der deutschen Schul- und Bildungssprache stehen dabei im Fokus und werden unter den Aspekten des Wortschatzes und der Grammatik systematisch analysiert, um anschließend sprachliche Gerüste zu entwickeln, die den Spracherwerb der SchülerInnen begleiten und erleichtern. Die Erprobung und Evaluation geeigneter Methodenwerkzeuge des „sprachlichen Gerüstbaus“ erweitern die sprachbildenden Aspekte des Unterrichts und systematisieren den schrittweisen Fach- und Bildungsspracherwerb der SchülerInnen.

6. Sprachliche Analyse

Alle LehrerInnen analysieren die Schülerleistungen zielgenau und begleiten die aktive Sprachproduktion der SchülerInnen durch geeignete Instrumente zur Sprachförderung. Um diese in Zukunft zu vereinheitlichen und die optimale Passung dieser in Bezug auf sprachliche Hürden zu gewährleisten, nehmen alle PädagogInnen im Rahmen des BiSS-Transfer-Projekt „Scaffolding-ein Gerüst für sprachliche Bildung in fachlichen und alltäglichen Kontexten“ an Studientagen teil und erproben verschiedene sprachliche Werkzeuge.

Die im SchiC verankerten Aspekte der Sprachbildung werden zudem auf die sprachlich relevanten Phänomene der jeweiligen Unterrichtsreihe und Begriffe des Fachwortschatzes didaktisch reduziert.

7. Spezifische Maßnahmen zur Sprachförderung

Die Lernausgangslage LauBe wird vor bzw. kurz nach Schuleintritt der SchülerInnen durchgeführt und stellt die erste sprachliche Lernstandserhebung der Grundschulzeit dar. Ausgehend hiervon werden sprachliche Unterstützungsmaßnahmen geplant, durchgeführt und evaluiert. Der Bildungsspracherwerb der SchülerInnen wird über die gesamte Dauer des Grundschulbesuchs kontinuierlich in Form verschiedener Übungs-, Test- und Feststellungsverfahren (HSP, Tandemlesen, Vergleichsarbeiten etc.) kleinschrittig begleitet.

8. Verwendung der

Sprachförderungs-

stunden

- additiv: Lese-Rechtschreib-Stunden, Förderunterricht, Lernwerkstatt, Angebote zur Lernförderung, temporäre Lerngruppen in der Schulanfangsphase unter Leitung der Sonderpädagogin

- integrativ: Einsatz von FörderlehrerInnen im Unterricht, Angebot von Arbeitsgemeinschaften, Angebote der Lernwerkstatt

9. Zielgerichtete Kooperation des pädagogischen Personals

Die ErzieherInnen und LehrerInnen kooperieren bei der Erstellung der Lernausgangslage LauBe miteinander und tauschen sich bezüglich der Ergebnisse aus.

Verschiedene Angebote bilden kooperative Schnittstellen, z.B. die Arbeitsgemeinschaft Lesen, der Klassen-Hort-Rat oder das soziale Lernen. 

Die Bibliotheksbesuche werden als gemeinsame Veranstaltung der KlassenlehrerInnen und KlassenerzieherInnen geplant und durchgeführt. Zudem finden regelmäßig Eltern-Koch-Nachmittage statt, bei denen die Bibliothek eingebunden wird.

Die Studientage im Rahmen des BiSS-Transfer-Projekts finden für alle pädagogischen MitarbeiterInnen statt. Gemeinsame Studientage im Rahmen der Lernszenarien, der Erarbeitung des Curriculums zum Schwerpunkt „Sprechen und Zuhören“, die gemeinsame Erarbeitung der Jahrespartitur sowie weiterer Curricula sind wichtige Grundlagen für die erfolgreiche Zusammenarbeit des pädagogischen Personals.

10. Evaluation der

Sprachförder-

maßnahmen

- Regelmäßige Durchführung und Auswertung des Aufgabenknacker-Tests

- Regelmäßige Evaluation des Aufgabenknacker-Tests, Anpassung dieses Tests an individuelle sprachliche Ausgangslagen der aktuellen Schülerschaft

- Einsatz verschiedener Instrumente zur Lernstandsanalyse: LauBe in Klasse 1, HSP in den Klassenstufen 3-6, Nutzung der Ergebnisse zur Gruppenbildung für die Lese-Rechtschreib-Stunde, jährliche Neutestung

- Durchführung des Stolperwörterlesetests als Grundlage für das Tandem-Lesen, regelmäßige Zwischenevaluation, die Progressionen ermittelt

11. Fortbildungs-

angebote zur

Sprachförderung

Im Rahmen der Sprachbildung hat das Kollegium der Konrad-Agahd-Grundschule an verschiedenen Studientagen teilgenommen, u.a. zu den Lernszenarien und der Erarbeitung des Curriculums zum Schwerpunkt „Sprechen und Zuhören“.

Die Konrad-Agahd-Grundschule nimmt beginnend mit dem Schuljahr 2018 / 2019 am zweijährigen BiSS-Transfer-Projekt „Scaffolding - ein Gerüst für sprachliche Bildung in fachlichen und alltäglichen Kontexten“ teil. Im Rahmen des Projekts werden Studientage für das gesamte pädagogische Personal der Konrad-Agahd-Grundschule durchgeführt und die verschiedenen Instrumente im Rahmen der Unterrichtsentwicklung vereinbart, erprobt und evaluiert. Die Auftaktveranstaltung des BiSS-Transfer-Projekts fand am 05.09.2018

und das erste Verbundtreffen am 12.12.2018 statt. Am 19.02.2018 fand der Studientag im Rahmen des Projekts statt. Regelmäßige Treffen schließen sich auch zukünftig während des Projektzeitraums an.

Die Sprachbildungskoordinatorin besucht regelmäßig die Netzwerktreffen der regionalen Fortbildung.

 

[1] Siehe Schülerbibliotheks-Konzept

[2] Siehe Curricula „Sprechen und Zuhören“