Konrad Agahd Schule

Wer war Konrad Agahd?

 

Konrad Agahd, geboren am 1. März 1867 in Neumark (Pommern), jüngstes von acht Kindern, Vater - Hauptlehrer Hermann Agahd.

Nach dem Besuch des Seminars in Dramburg, Lehrer in Virchow und Fehrbellin, von 1890-1913 Lehrer in Rixdorf/Neukölln. Das Thema, mit dem sich Konrad Agahd unentwegt wissenschaftlich beschäftigte, war die Schädigung der Erziehung durch die den Kindern abverlangte Arbeit. Seine erste wichtige Studie zur gewerblichen Kinderarbeit von 3287 Rixdorfer Kindern erschien 1894. Der Bericht löste heftige Reaktionen aus. Nach dem Wunsch mancher seiner Gegner hätte er noch im gleichen Jahr zu seiner Versetzung in die polnischen Gebiete des Deutschen Reiches führen sollen. Agahd studierte die Kinderarbeit in Deutschland, Schweden, Norwegen, Oberitalien und in Österreich. Seine Ergebnisse publizierte er in zahlreichen Aufsätzen, Broschüren, Fachbüchern und Gesetzeskommentaren und trug sie auf Kongressen vor. So verlangte er 1902 auf der Versammlung des Deutschen Lehrervereins zusätzlich zu den bereits 1898 beschlossenen Maßnahmen: das Verbot jeder Sonntagsarbeit, das Verbot jeder Beschäftigung in gesundheitsgefährdeten Betrieben, die Ausdehnung des Kinderschutzes auf gewerbliche Arbeit im Haus, die Mitwirkung der Lehrerschaft bei Durchführung und Kontrolle der geforderten staatlichen Maßnahmen. Seiner engagierten Fürsorge verdanken die gewerblich arbeitenden Kinder das Gesetz von 1903, das Mindestalter und Arbeitszeit festlegte. Heimarbeit, Hüte- , Erntearbeit oder Mithilfe und Nebenerwerbstätigkeiten wurden wegen des hartnäckigen Widerstandes der Ostelbischen Grundbesitzer allerdings nicht erfaßt. 
Konrad Agahd verweist deshalb immer wieder auf diese Mißstände zu Lasten der Schulkinder. Agahd war Vorstandsmitglied des deutschen Lehrervereins und der Gesellschaft für soziale Reform. Aufgrund einer Ohrenkrankheit mußte er 46jährig in den Ruhestand treten. Von diesem Zeitpunkt an arbeitete er nur noch als Schriftsteller und in der Jugendpflege und Fürsorge. Konrad Agahd starb am 18. November 1926 in Neukölln. Sein Grab auf dem städtischen Friedhof an der Buschkrugallee (14a30) trägt die Inschrift:"Den deutschen Kindern galt seine Liebe, seine Arbeit und sein Leben". In vielen Nachrufen wurde er als "Vater des Kinderschutzes" und "Vater der ausgebeuteten Kinder" geehrt.

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