Konrad Agahd Schule

Entstehungsgeschichte

 

Die heutige Konrad-Agahd-Grundschule wurde 1895 gemeinsam mit einem zweiten Gebäude an der Jonasstr. 15-16 (heute 12.G, Peter-Petersen-Grundschule) eröffnet.

Sie trugen damals die Bezeichnung 11. und 12. Gemeindeschule. Jungen und Mädchen wurden damals (Koedukation war noch nicht üblich) getrennt unterrichtet. Die Mädchen wurden im Gebäude an der Thomasstraße unterrichtet, die Jungen in der Jonasstraße.
11. und 12. Gemeindeschule (heute 14.G, Konrad-Agahd-Grundschule), Thomasstraße 39-41, 1895/96; die Schule hat Schulhof und Turnhalle mit einem zweiten Gebäude an der Jonasstraße 15-16 gemeinsam  (heute 12.G, Peter-Petersen-Grundschule). 1895/96, Erweiterung 1909/10 Kiehl.
11. Gemeindeschule (1927 - 11. Volksschule): eröffnet 01.04.1894 und 01.10.1910
Schulleitung: 1901 Hoffert, 1905 Hoffert, 1912 Krüger (bis 1919), 1931 Dr. Kruschinski (bis 1938)
Besonderheit: Evangelisch
12. Gemeindeschule (1927 - 12. Volksschule): eröffnet 01.04.1896
Schulleitung: 1901, Brandenburg, 1905 Brandenburg, 1912 Brandenburg, 1922 Richter (bis 1935), 1938 Graf
Die Schule blieb im Zweiten Weltkrieg mit Ausnahme der Turnhalle von schweren Beschädigungen verschont

-1949 11. Volksschule 
-1952 13. Grundschule 
-1955 14. G., sie erhielt den Namen des Sozialpädagogen Konrad Agahd

Schulleitung: 1949 F. Broecker, 1959 A. Michael; am 14.12.1976 übernahm Jörg-Uwe Quandt die Schulleitung und führte die Schule bis zum Juli 2009. Seit August 2009 wurde die Schule kommissarisch von Frau Rita Schlegel geleitet. Im August 2010 übernahm Frau Simone Schützmann die Schulleitung.

Wer war Konrad Agahd?

 

Konrad Agahd, geboren am 1. März 1867 in Neumark (Pommern), jüngstes von acht Kindern, Vater - Hauptlehrer Hermann Agahd.

Nach dem Besuch des Seminars in Dramburg, Lehrer in Virchow und Fehrbellin, von 1890-1913 Lehrer in Rixdorf/Neukölln. Das Thema, mit dem sich Konrad Agahd unentwegt wissenschaftlich beschäftigte, war die Schädigung der Erziehung durch die den Kindern abverlangte Arbeit. Seine erste wichtige Studie zur gewerblichen Kinderarbeit von 3287 Rixdorfer Kindern erschien 1894. Der Bericht löste heftige Reaktionen aus. Nach dem Wunsch mancher seiner Gegner hätte er noch im gleichen Jahr zu seiner Versetzung in die polnischen Gebiete des Deutschen Reiches führen sollen. Agahd studierte die Kinderarbeit in Deutschland, Schweden, Norwegen, Oberitalien und in Österreich. Seine Ergebnisse publizierte er in zahlreichen Aufsätzen, Broschüren, Fachbüchern und Gesetzeskommentaren und trug sie auf Kongressen vor. So verlangte er 1902 auf der Versammlung des Deutschen Lehrervereins zusätzlich zu den bereits 1898 beschlossenen Maßnahmen: das Verbot jeder Sonntagsarbeit, das Verbot jeder Beschäftigung in gesundheitsgefährdeten Betrieben, die Ausdehnung des Kinderschutzes auf gewerbliche Arbeit im Haus, die Mitwirkung der Lehrerschaft bei Durchführung und Kontrolle der geforderten staatlichen Maßnahmen. Seiner engagierten Fürsorge verdanken die gewerblich arbeitenden Kinder das Gesetz von 1903, das Mindestalter und Arbeitszeit festlegte. Heimarbeit, Hüte- , Erntearbeit oder Mithilfe und Nebenerwerbstätigkeiten wurden wegen des hartnäckigen Widerstandes der Ostelbischen Grundbesitzer allerdings nicht erfaßt. 
Konrad Agahd verweist deshalb immer wieder auf diese Mißstände zu Lasten der Schulkinder. Agahd war Vorstandsmitglied des deutschen Lehrervereins und der Gesellschaft für soziale Reform. Aufgrund einer Ohrenkrankheit mußte er 46jährig in den Ruhestand treten. Von diesem Zeitpunkt an arbeitete er nur noch als Schriftsteller und in der Jugendpflege und Fürsorge. Konrad Agahd starb am 18. November 1926 in Neukölln. Sein Grab auf dem städtischen Friedhof an der Buschkrugallee (14a30) trägt die Inschrift:"Den deutschen Kindern galt seine Liebe, seine Arbeit und sein Leben". In vielen Nachrufen wurde er als "Vater des Kinderschutzes" und "Vater der ausgebeuteten Kinder" geehrt.

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